Übungsabend am 03.06.2026

Dieser Übungsabend richtete sich speziell an die Atemschutzgeräteträger. Zusammen mit Kameraden der Feuerwehr Klappholz wurde ein Realbrandtraining der Firma Offtec in Enge-Sande besucht.

Die Atemschutzgeräteträger erhielten eine theoretische Einführung in die Physik des Schadfeuers bei Wohnungsbränden, insbesondere bei Objekten, welche nach neuen Bauvorschriften (sehr dicht) errichtet wurden und über eine moderner Ausstattung (viele Kunststoffe) verfügen. Hieraus ergeben sich auch neue Einsatztaktiken in der Brandbekämpfung, welche ebenfalls durchgesprochen wurden.

Vergleich zwischen alter und moderner Möblierung des Fire Safety Research Institute (2020)

Anschließend legten alle Einsatzkräfte die persönliche Schutzausrüstung und Atemschutzgeräte an und es ging zum Brandübungscontainer. Im Container wurden Holzpalletten und OSB-Platten angezündet und den Einsatzkräften die Brandausbreitung durch Durchzündung der Rauchgase demonstriert. Dabei rollte die Flammenfront direkt über die Einsatzkräfte hinweg, so dass diese den Temperaturanstieg bei einem Flash Over am eigenen Leib, jedoch unter sicheren Trainingsbedingungen, erleben konnten. In der Folge wurde gezeigt, wie der Sprühstrahl aus dem Hohlstrahlrohr nicht nur das Feuer nicht eindämmen kann, sondern zu einer Verwirbelung der heißen Raumluft sorgt, was im Ernstfall die Einsatzkräfte massiv gefährden würde.

Die Brandbekämpfung erfolgt mit Vollstrahl unter die Decke (Bild: Alexander Elvert)

Im Gegensatz dazu verwirbelte der Vollstrahl unter die Decke nicht die Luftschichten, so dass die Einsatzkräfte am Boden nicht durch die extreme Hitze gefährdet werden. Auch zeigte der Sprinklereffekt, der durch das Auftreffen des Wassers an der Decke entstand, eine rasche Wirkung bei der Brandbekämpfung.

Brandbekämpfung beim Zimmerbrand (Bild: Alexander Elvert)

Abschließend wurde das Vorgehen bei einem Zimmerbrand durch die Teilnehmer geübt: Von welcher Seite öffnet man eine Tür ohne sich selbst zu gefährden? Wie wird das Hohlstrahlrohr eingesetzt um maximalen Löscherfolg zu erzielen? Wie überprüft man einen Brandraum auf Personen und wie geht man am besten darin vor? All diese Fragen konnten ganz praktisch in dieser Einheit geübt und geklärt werden, bevor sich die Kameraden nach einem anstrengenden aber sehr erfolg- und lehrreichen Übungsabend auf den Heimweg machten.

Übungsabend am 01.06.2026

Für den Übungsabend im Juni wurde die Rettungshundestaffel der Johanniter aus Schleswig eingeladen, welche mit drei Teams – sprich drei Hunden und den dazugehörigen Hundeführern – zum Feuerwehrgerätehaus nach Havetoft kam.

(Bild: Rouven Lefarth)

Einleitend wurde den Feuerwehrkameraden und auch interessierten Bürgern eine theoretische Einleitung zur Rettungshundestaffel gegeben. Beispielsweise wurde erklärt, dass die Rettungshundestaffel bei einer vermissten Person am besten so früh wie möglich erfolgen sollte, da dann die Spur noch frisch ist. Die Alarmierung erfolgt über die Leitstelle. Auch wurde der Unterschied zwischen Mantrailer (folgt der Duftspur einer ganz bestimmten Person) und Flächensuchhunden (suchen eine Fläche nach jeglicher menschlichen Person ab) erklärt. Es wurden viele Fragen gestellt, so dass sich die kurze theoretische Einführung auf ca. eine Stunde ausdehnte.

Anschließend ging es in die praktische Vorführung. Zuerst ging ein Feuerwehrkamerad über das Gelände und legte eine Duftspur. Am Ende der Route versteckte sich der Kamerad im Gelände. Der eingesetzte Mantrailer mit seinem Hundeführer machte sich kurze daruf auf den Weg und hatte den Kameraden in kürzester Zeit gefunden. Danach versteckte sich eine Kameradin im angrenzenden Feld. Diesmal hieß es Feuerwehr gegen Flächensuchhund. Zuerst waren die Einsatzkräfte gefragt, welche in einer Menschenkette das Feld absuchte. Nach etwas über drei Minuten wurde die Person gefunden. Anschließend machten sich die Flächensuchhunde mit ihren Hundeführern auf den Weg. Beide Hunde hatten die Person in unter drei Minuten gefunden.

Der Übungsabend fand seinen Ausklang im gemütlichen Beisammensein von Einsatzkräften und Bürgern. Mehr Informationen zur Rettungshundestaffel der Johanniter in Schleswig finden Sie hier.

Übungsabende im November 2025

Fenster- und Türöffnung / Wasser- und Eisrettung / Atemschutznotfall

Der erste Übungsabend im November wurde an zwei Stationen abgearbeitet. Zuerst konnten die Kameraden und Kameradinnen etwas über die verschiedenen Möglichkeiten, Fenster und Türen zu öffnen, erfahren und auch in der Praxis erproben. An der zweiten Station wurde sich dem Thema der Wasser- und Eisrettung gewidmet. Hierfür sind beide Fahrzeuge mit einem speziellen Rucksack ausgerüstet, der die verschiedensten Einsatzmaterialien enthält, um in Notfall eine Person schnell aus dem Wasser oder bei Eiseinbruch zu retten.

Der zweite Übungsabend richtete sich im Besonderen an die Atemschutzgeräteträger. Hier wurde ein Atemschutznotfall simuliert. Ein Kamerad unter Atemschutz war in beengten Verhältnissen eingeklemmt und sein Luftvorrat drohte zu Neige zu gehen. Umgehend nach Auslösung der Mayday-Meldung begab sich der Sicherheitstrupp mit der Atemschutznotfalltasche zu dem verunfallten Kameraden. Vor Ort wurde die Atemluftflasche umgesteckt, die Person befreit und mittels des Spineboards ins Freie verbracht. Im Rahmen der Übung wurde auch die Anwendung des Rauchvorhangs geübt.

Der Rauchvorhang ist gesetzt. Bevor die Kamerade den verrauchten Raum hinter der Tür betreten, schlagen sie den Atemanschluss an, worüber sie mit Luft aus den Atemluftflaschen versorgt werden. Im Vordergrund liegt die Atemschutznotfalltasche.

Übungsabend im Oktober 2025

Leiterhebel

Die Feuerwehr Havetoft-Hostrup verfügt neben einer vierteiligen Steckleiter seit diesem Jahr auch über eine Multifunktionsleiter. Grund genug einen Übungsabend der Leiterkunde zu widmen. Neben dem Abladen, Sichern und Aufsteigen wurde insbesondere auch der Leiterhebel geübt. Mit dieser Methode ist es möglich eine Person mithilfe der Leiter und einer Trage aus einem höher gelegenen Stockwerk zu retten. Die Trage wird am Kopfende an der Leiter befestigt und am Fußende durch den Angriffstrupp mittels zweier Seile gesichert. Koordiniert wird die Leiter zurück gekippt, während die Seile am Fußende langsam nachgelassen werden. So kann die zu rettende Person waagerecht und sicher zu Boden gelassen werden.

(Bilder: Peter Most)

Übungsabende im Juni 2025

TH Wasser

Die Badesaison steht vor der Tür – ein guter Zeitpunkt für die Feuerwehr sich mit dem Thema Wasserrettung auseinander zu setzen. Am ersten Übungsabend im Juni wurden deshalb die Einsatzkräfte zu einem Übungsszenario alarmiert, bei dem es zu einem Badeunfall im Havetofter See gekommen war und zwei Schwimmer vermisst wurden.

Da es sich um eine Flächenlage handelt, ist es umso wichtiger erste einsatztaktische Maßnahmen schon im Gerätehaus zu treffen. So wurde das Tanklöschfahrzeug, ein Unimog mit drei Mann Besatzung, zur Badestelle am Elisabethheim geschickt. Das Löschgruppenfahrzeug mit neun Mann Besatzung machte sich auf den Weg zur südöstlichen Badestelle. Dort wurde die Besatzung bereits von einem Zeugen empfangen, der den vermeintlichen Badeunfall beobachtet hatte. Beide Schwimmer waren nun nicht mehr auf dem Wasser zu sehen. Umgehend wurden Trupps losgeschickt, um den ufernahen Bereich abzusuchen. Währenddessen wurde an der Badestelle des Elisabethheims ein Boot zu Wasser gelassen, um vom Wasser aus nach den vermissten Schwimmern zu suchen.

Wenig später konnte die erste vermisste Person – eine treibende Übungspuppe – ausfindig gemacht und umgehend von den Einsatzkräften im Boot gerettet werden. Die zweite Übungspuppe wurde wenig später, dank einer Wärmebildkamera im Uferschilf ausfindig gemacht und anschließend gerettet.

Beim zweiten Übungsabend wurden die Einsatzkräfte in der Rettung eines verunfallten Schwimmers mittels Spineboard unterwiesen. Koordiniert und mittels Hebelkraft gelang es den Einsatzkräften in mehreren Durchgängen das Ertrinkungsopfer ins Boot zu ziehen und an Land zu bringen.

Hier wurde die Person gegen eine bekleidete Übungspuppe ausgetauscht, welche im Anschluss erstversorgt werden musste. Dabei wurde davon ausgegangen, dass die Person reanimationspflichtig und unterkühlt war. Sie musste also schnellstmöglich in das aufgewärmte Löschgruppenfahrzeug gebracht und dort möglichst schonend entkleidet werden. Wichtig ist es hierbei, die unterkühlte Person möglichst wenig zu bewegen, um zu verhindern, dass weiteres kaltes Blut aus Armen und Beinen in die Körpermitte gelangt.

Rettung mittels Spineboard, Transport ins Feuerwehrfahrzug und Erstversorgung (Bilder: Sandra Sarnowski)

Die Übungsabende haben eindrucksvoll gezeigt, wie komplex das Einsatzszenario eines Badeunfalls sein kann und vor welche Herausforderungen – einsatztaktisch, bei der Anwendung der richtigen Rettungsmittel und in der medizinischen Erstversorgung – die Einsatzkräfte gestellt werden.   

Übungsabende im April 2025

Feuer Standard, Menschenleben in Gefahr

Im April wurden die schon hellen Abendstunden genutzt, um einen Übungseinsatz abzuarbeiten. Um 19:38 Uhr erging im Feuerwehrgerätehaus der Alarm. Auf dem Alarmierungsmonitor werden der Einsatzort, aber auch Informationen zur Anfahrt, zum Wetter und zur Stärke der Einsatzkräfte angezeigt. Der Einsatzort war diesmal eine landwirtschaftlich genutzte Halle in Hostrup. Gemeldet wurde ein Brand in der Halle, zudem eine vermisste Person.

Bei der Ankunft wurde ein Einsatz mit Bereitstellung befohlen. Während der Einsatzleiter, zusammen mit dem Melder, die Lage erkundete, rüstete sich der Angriffstrupp zum Innenangriff und zur Menschenrettung aus. Die anderen Einsatzkräfte übernahmen den Aufbau der Wasserversorgung, der Maschinist nahm die Pumpe des Fahrzeugs in Betrieb und half beim Abladen der benötigten Einsatzmittel. Nachdem der Brandraum und der dazugehörige Zugang gefunden worden waren, machte sich der Angriffstrupp umgehend auf den Weg, um die vermisste Person zu suchen. Draußen wurden mittlerweile ein Versorgungsplatz zur Ersten Hilfe hergerichtet und ein weiterer Trupp rüstete sich mit Atemschutzgeräten aus, um in Notfall als Sicherheitstrupp den Angriffstrupp zu unterstützen.

Der Angriffstrupp rüstet sich mit Hilfe des Maschinisten aus (Bild: Rouven Pleß)

Der Angriffstrupp hatte einen Rauchschutzvorhang gesetzt, damit durch die geöffnete Tür kein Rauch in die anderen Teile des Gebäudes dringen konnte. Da der Rauch (aus einer Nebelmaschine) die Sicht stark einschränkte wurde der Brandraum mithilfe der Wärmebildkamera kontrolliert. Die vermisste Person konnte so schnell gefunden und ins Freie verbracht werden, wo sie medizinisch erstversorgt wurde. Nun machte sich der zweite Trupp auf den Weg ins Gebäude, um die Brandbekämpfung zu übernehmen.

Atemschutzüberwachung (Bild: Rouven Pleß)

Kurze Zeit später wurde ‚Feuer aus‘ gemeldet und der betroffene Hallenteil gelüftet. Die Einsatzstelle wurde zurück gebaut und die Fahrt ins Feuerwehrgerätehaus angetreten. Dort wurde das Fahrzeug einsatzbereit gemacht und die Übung besprochen, bevor die Kameraden und Kameradinnen den Abend bei einer Wurst ausklingen ließen.

Übungsabend ‚Verkehrsunfall‘ am 14.10.2024

Die Feuerwehren werden immer öfter zu Verkehrsunfällen gerufen – so auch die Feuerwehr Havetoft-Hostrup. Unfallschwerpunkt in unserem Einsatzbereich ist die Eckernförder Landstraße. Bislang gingen die meisten Unfälle glimpflich aus, und glücklicherweise musste noch nie eine eingeklemmte Person gerettet werden. Um sich auf einen solchen Einsatz vorzubereiten, wurde der Übungsabend diesem Thema gewidmet.

Alarmiert wurde die Feuerwehr Havetoft-Hostrup mit dem Einsatzstichwort ‚Technische Hilfe Standard – Verkehrsunfall‘. Hinter diesem Alarmstichwort verbirgt sich eine eigentlich unkomplizierte Situation; zusätzlich zur Feuerwehr werden ein Rettungswagen und die Polizei alarmiert. Beim Eintreffen am Unfallort stellte sich jedoch heraus, dass das verunfallte Fahrzeug auf der Seite lag und der Fahrer im Innern eingeklemmt war.

Vorgefunde Einsatzlage (Bilder: Jens Engel)

Sofort veranlasste der Einsatzleiter eine sogenannte Stichworterhöhung auf ‚Technische Hilfe Y – eine eingeklemmte Person‘. Das Y bedeutet, dass ein Menschenleben in Gefahr ist. Im Realeinsatz würden nun ein zweiter Rettungswagen, der Notarzt und zwei Feuerwehren mit je einem Rettungssatz nachalarmiert werden. Für den Übungsabend war mit der Feuerwehr Böklund abgesprochen, dass diese auf Anforderung nachrücken würden. Umgehend machten sich also die Einsatzkräfte aus Böklund mit zwei Einsatzfahrzeugen auf den Weg nach Havetoft.

In der Zwischenzeit bereitete die Feuerwehr Havetoft-Hostrup die Rettung des Verunfallten vor. Die Einsatzstelle wurde abgesperrt und ausgeleuchtet. Des Weiteren wurde der Fahrer von außen betreut und ein Brandschutz, bestehend aus Feuerlöscher und Schnellangriffsschlauch, hergestellt. Der Brandschutz dient dem Zweck, Entstehungsbrände am Fahrzeug möglichst im Keim zu ersticken. Mit zwei Steckleiterteilen und Muskelkraft wurde das Fahrzeug nun wieder auf die Räder gestellt.

Das Fahrzeug wird wieder aufgerichtet

Man geht davon aus, dass die Kräfte durch den Unfall um ein Vielfaches stärker waren, und dass das langsame und kontrollierte Wiederaufrichten keine weiteren Verletzungen hervorruft. Dafür kann der Patient anschließend leichter und schonender aus dem Fahrzeug gerettet werden.

Da eine Wirbelsäulenverletzung, aber kein lebensbedrohlicher Zustand vorlag, wurde entschieden, den Patienten möglichst schonend aus dem Fahrzeug zu retten. Die inzwischen eingetroffenen Einsatzkräfte aus Böklund bauten umgehend die Geräteablage für den Rettungssatz auf. Der Rettungssatz besteht aus verschiedenen Gerätschaften und Materialien, um ein Auto mit hydraulischer Kraft zu öffnen und zu zerlegen. Die bekanntesten Geräte sind die Rettungsschere und der Spreizer.

In der Zwischenzeit war eine Einsatzkraft über die Beifahrerseite in das Innere des Fahrzeugs gestiegen, betreute den Fahrer und leistete Erste Hilfe. Die Feuerwehr Havetoft-Hostrup führte das Glasmanagement durch. Das heißt, dass alle Scheiben bis auf die Frontscheiben mit einem Federkörner zerkrümelt und anschließend entfernt wurden. Somit werden weitere Öffnungen geschaffen, um z.B. den Patienten von Außen durch den Rettungsdienst versorgen zu können.

Im nächsten Schritt entfernte nun die Feuerwehr Böklund die Kofferraumklappe und das Dach des Wagens. Anschließend wurde ein Rettungsbrett – genannt Spineboard – hinter den Patienten geschoben. Über eine Kette von Einsatzkräften konnte der Patient so schonend nach hinten aus dem Fahrzeug geborgen und dem imaginären Rettungsdienst übergeben werden.

Der Einsatz wurde anschließend in Gesprächen zwischen den Kameraden und mit leckerem Grillgut nachbesprochen. Der Einsatzverlauf wurde rundum als ruhig und koordiniert wahrgenommen. Auch wenn wir hoffen, dass ein solch schwerer Einsatz nicht kommen wird, so wissen wir doch, dass die Zusammenarbeit funktioniert und wir vorbereitet sind.

Die Feuerwehr Havetoft-Hostrup bedankt sich bei allen Kameraden aus Böklund für die gute Zusammenarbeit!

Übungsnachmittag ‚Eisrettung‘ am 12.01.2024

Die kalten Tage im Januar ermöglichten es der Freiwilligen Feuerwehr Havetoft-Hostrup, das Einsatzszenario ‚Eisrettung‘ einmal möglichst realitätsnah zu üben. In einer Senke auf der Gemeindewiese beim Feuerwehrgerätehaus hatte sich eine Eisfläche von ca. 20m Durchmesser gebildet.

In der Übung musste ein Kamerad vom anderen Ende der Eisfläche gerettet werden. Hierzu kam die Wasser- und Eisrettungskiste zum Einsatz. In dieser Kiste befinden sich eine Rettungsweste, Wurfleinenbeutel, Taucherbrille und Schnorchel sowie kleine Eispickel. Wenn es keine direkte Anfahrt zum Einsatzort gibt, kann die Kiste schnell entladen und von zwei Kameraden dorthin getragen werden. Die Wasser- und Seerettungskiste, in Kombination mit weiteren Einsatzmitteln ermöglicht der Feuerwehr Havetoft-Hostrup mehrere Optionen, um im Einsatzfall schnell eine Rettung durchführen zu können.

Bei der Eisrettung auf der Gemeindewiese probierten die Einsatzkräfte sowohl das Vorschieben der vierteiligen Steckleiter aus, welche sich als zu kurz erwies, als auch das Werfen von Wurfleinenbeuteln. Dabei wurde festgestellt, dass das Werfen mit voller Kraft es schwer macht die Richtung zu kontrollieren und das Schlittern des Beutels über stumpfes Eis nicht die notwendige Weite erreichte.

Rettung mittels Einsatzkraft und Spineboard, im Vordergrund die Leinenwurfbeutel (Bild: Peter Most)

Somit blieb noch die direkte Rettung mittels einer Einsatzkraft. Diese stattete sich mit der Rettungsweste aus und wurde mit einer Feuerwehrleine gesichert. Mit dem Spineboard, das wie ein Schlitten eingesetzt wird, und den zwei Eispickeln ist es möglich die verunglückte Person in kürzester Zeit zu erreichen. Nach erfolgreicher Rettung konnten beide Personen mit dem Spineboard, welches ebenfalls mit einer Leine gesichert wird, genauso schnell wieder an Land gezogen werden.

Übungsabende im September

Der Klimawandel hat auch Auswirkungen auf mögliche Einsätze der Feuerwehr. Durch lange Trockenperioden und heißere Sommer ist vermehrt mit Vegetationsbränden zu rechnen. Aus diesem Grund beschäftigten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Havetoft-Hostrup im September mit der Vegetationsbrandbekämpfung.

In einem kurzen Theorieteil erhielten die Kameraden und Kameradinnen Einblick in die Lagebeurteilung, die Notwendigkeit gesicherter Kommunikation sowie in Sicherheitsaspekte und in mögliche Vorgehensweisen.

Im praktischen Teil wurde ein Flächenbrand auf einer Koppel des Elisabethheimes angenommen. Um eine große Fläche möglichst effizient ablöschen zu können, wurde eine Art Pump-and-Role-Verfahren (Löschen und Fahren gleichzeitig) ausprobiert.

Pump-and-Role-Verfahren (Bild: Sandra Sarnowski)

Die Einsatzkräfte nutzten hierzu den dünneren D-Schlauch in Kombination mit dem Hohlstrahlrohr. Der D-Schlauch wiegt, mit Wasser befüllt, auf 15m Länge ca. 7,5 kg während der zumeist eingesetzte C-Schlauch fast dreimal so schwer ist. Das Hohlstrahlrohr gewährleistet eine sparsame und effiziente Wasserabgabe.

C-Schlauch (links) und D-Schlauch (rechts) und Hohlstrahlrohr (Bild: Jens Engel)

An einem zweiten Abend konnten die Einsatzkräfte am Gerätehaus noch einmal den direkten Vergleich zwischen den beiden Schlauchgrößen erfahren. Hierzu wurde truppweise, sowohl mit dem C-, als auch dem D-Schlauch, angeschlossen an das Löschgruppenfahrzeug und befüllt mit Wasser, eine Distanz von ca. 30m zurückgelegt. Dabei wurde ebenfalls die Einstellung des Sprühbildes am Hohlstrahlrohr und die stoßweise Wasserabgabe geübt.

Übungsabend vom 09.12.2022

Das Einsatzstichwort zu diesem Übungsabend lautete ‚Feuer im Kindergartenvermisste Person‘. Beide Fahrzeuge – das Löschgruppenfahrzeug mit neun Mann und das Tanklöschfahrzeug mit drei Mann Besatzung – rückten daraufhin zum Einsatzort aus.

Während der Einsatzleiter die Einsatzstelle erkundete, rüsteten sich Angriffstrupp und Wassertrupp mit Atemschutzgeräten aus. Die übrigen Kameraden öffneten die Geräteräume der Fahrzeuge und brachten die Einsatzbeleuchtung in Stellung. Die Erkundung ergab, dass es eine massive Rauchentwicklung im linken Treppenhaus gab. Weiterhin konnte ermittelt werden, dass eine Person vermisst wird. Daraufhin erhielt der Angriffstrupp den Einsatzbefehl ‚Brandbekämpfung‘ während der Wassertrupp mit der Personensuche beauftragt wurde.

Das stark verrauchte Treppenhaus des Kindergartens

Schnell wurden alle Vorbereitungen abgeschlossen: Die Wasserversorgung wurde von einem naheliegenden Überflurhydranten hergestellt, der Verteiler wurde gesetzt und die Schlauchreserve ausgelegt. Ausgerüstet mit Hohlstrahlrohr, Brechwerkzeug, Funkgerät und Lampen ging der Angriffstrupp zur Brandbekämpfung vor. Der Wassertrupp ging mit der Atemschutzrettungstasche auf Personensuche. Die Rettungstasche enthält eine Atemluftflasche, Bergetuch, Brechwerkzeug und diverse Hilfsmittel und wiegt ca. 15kg. Schläuche bzw. ein Strahlrohr wurde durch den Wassertrupp nicht mit vorgenommen, da es in dem abzusuchenden Gebäudeteil offensichtlich kein Feuer gab. Einsatztrupps unter Atemschutz haben ihren Rückweg zu sichern, wenn Sie in einen Innenangriff gehen. Dies geschieht in der Regel mittels des mitgeführten Schlauches. Da der Wassertrupp jedoch keinen Schlauch mitführte, sicherte er seinen Rückweg mit einer Feuerwehrleine.

Das Feuer konnte unterdessen schnell vom Angriffstrupp lokalisiert und bekämpft werden. Gerade wurde der Einsatzleitung mitgeteilt, dass das Feuer gelöscht sei und man nun wieder zurückkehren wollte, da hörte der Angriffstrupp Hilferufe. Daraufhin wurden nun auch dieser Gebäudeteil vom Angriffstrupp begangen, um die vermisste Person zu suchen. Sie wurde kurz darauf in einem stark verrauchten Raum auf dem Boden liegend angetroffen. Die Person hatte eine Beinverletzung und konnte das Gebäude nicht aus eigener Kraft verlassen, so dass per Funkt der Wassertrupp zur Unterstützung mit dem Spineboard, eine Art Rettungsbrett, angefordert wurde. Die Tür zum Brandherd wurde geschlossen und die Fenster geöffnet. Durch diese Querlüftung wurde der Raum schnell rauchfrei. Bis zum Eintreffen des Wassertrupps wurde die verletzte Person kontinuierlich betreut.

Brandbekämpfung durch den Angriffstrupp

Nachdem der Wassertrupp mit dem Spineboard eingetroffen war, wurde die verletzte Person zügig darauf gelagert, festgegurtet und nach draußen getragen. Jede Einsatzkraft unter Atemschutz trägt ein Zusatzgewicht von ca. 25kg, bestehend aus Atemschutzgerät und Schutzkleidung. Hinzu kamen bei diesem Übungseinsatz das Spineboard und die verletzte Person mit zusammen ca. 100kg.

Rettung der verletzten Person mittels Spineboard

Aus diesem Grund waren auch insbesondere die Atemschutzgeräteträger froh, dass die Übung beendet wurde, als die Person aus dem Gebäude gebracht war. Gemeinsam wurde die Einsatzstelle zurückgebaut und alle Geräte in den Fahrzeugen verstaut. Im Feuerwehrgerätehaus erfolgte eine letzte Sichtprüfung und der Austausch der benutzen Atemschutzgeräte, bevor es zur Übungsnachbesprechung und zum gemütlichen Teil überging.